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aus der Region.
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Extra-Ausgabe
Montag, 24. November 1997
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Streik der Einzelhändler:
in Tübingen gehen die Lichter aus
"Am Montag, 24. November ist unser Geschäft ab 17 Uhr geschlossen." Dieses und ähnliche Schilder waren seit ein paar Tagen fast überall an den Türen der Altstadtgeschäfte zu finden. Am Montagabend sollten in der gesamten Innenstadt die Lichter ausgehen.
Ziel der Aktion war es, Stadtverwaltung und Gemeinderat von ihren Plänen abzubringen, auf dem Depotgelände an der Reutlinger Straße ein neues Einkaufs- und Kinozentrum zu bauen. Von diesem Konsumtempel befürchten die Einzelhändler erhebliche Umsatzeinbußen und letztlich eine Verödung der Altstadt.
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Um 17 Uhr sammelten sich tatsächlich auf dem Holzmarkt viele Gewerbetreibende sowie deren Angestellte und Sympathisanten.
Nach und nach gingen in den meisten Läden die Lichter aus - sieht man einmal großzügig von ein paar Ausnahmen ab. Wenig später zog man gemeinsam, ausstaffiert mit großformatigen Transparenten, zum Marktplatz hinüber. Markige Sprüche waren es, die man darauf zu lesen bekam:
- "Altstadt ins Klo - wir gehen ins Depot"
- "CDU, UFW, SPD: Mittelstand ade!"
- "Tübingen braucht keine Plattmacher"
- "King, Pantel, Schmid - Da machen wir nicht mehr mit!
Den Marktplatz hat man zwar schon voller gesehen. Dennoch war es ein beachtlicher Erfolg, den die Händler für sich verbuchen konnten. Außer den Tübingern, die um ihr Ein- und Auskommen fürchteten, war auch eine beachtliche Anzahl von Medienvertretern erschienen.
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Erich Beyersdorff (Bild links), der Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins, begrüßte die Anwesenden, indem er sie auf die Einmaligkeit ihres Tuns aufmerksam machte. Wahrscheinlich sei es der erste Händlerstreik, den dieses Land bislang erlebte.
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Richtig zur Sache kam Hermann-Arndt Riethmüller (Bild links), dessen geharnischte Vorwürfe an die Mehrheitsparteien im Gemeinderat das Publikum in Rage brachte. Er forderte den Oberbürgermeister auf, vom Rathaus auf den Marktplatz herunter zu kommen, um den Versammelten seine Politik zu erläutern. Das Publikum johlte begeistert und skandierte lautstark "Eugen runter - Eugen runter". Der Wunsch sollte jedoch - trotz hell erleuchteter Rathausstuben - unerhört bleiben.
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Bericht und Fotos: CityInfoNetz
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