Angesichts der vielen abzustaubenden Masken entpuppte sich der Herr der Finsternis als richtiger "Putzteufel".
Im Gegensatz zum Karneval im Rheinland, der am 11.11. um 11 Uhr 11 beginnt, signalisiert der Dreikönigstag den Anfang der Schwäbisch-Alemannischen Fasnacht.
Und so häuften sich in unserem Narrenfahrplan am letzten Samstag im gesamten närrischen Ländle die Termine mit "Narrentaufen" und "Maskenabstauben".
Die Taufe bei den Stadthexen ist natürlich auch mit Flüssigkeit verbunden.
Auch die Tübinger Hasträger luden ein. So tauften und staubten die "Tübinger Narren 99 e.V." auf der Platanenallee ab, desgleichen die "Narrenzunft Tübingen e. V" auf dem Marktplatz.", die dort von den "Aug'schickten" aus Seebronn unterstützt wurden.
Leider wurden die Veranstaltungen von einem anhaltenden Nieselregen begleitet, so dass aus dem Masken abstauben eher ein Masken abwaschen wurde.
Der Brauchtumstanz der "Tübinger Raupa" orientierte sich an Vorbildern aus dem 16. Jahrhundert.
Doch trotz der ungünstigen äußeren Bedingungen harrten einige hundert Zuschauer auf dem Marktplatz aus, um die mit viel Musik, Licht und Nebel gestalteten Darbietungen der "Stadthexen", "Närrele", "Raupa" und "Schwarze Männle" zu erleben.
Dabei machten die "Närrele" ihrem Namen alle Ehre: Ihr Tanz musste wegen eines "technischen Defektes" ausfallen - die Musikkassette war zu Hause vergessen worden.
Die "Schwarzen Männle" pflegten mit ihrem Show-act "Men in black" das Brauchtum der Gegenwart.
Im Gegensatz zu den "historischen" Gruppen, die als Zeichen des Beginns der fünften Jahreszeit Häs und Masken reinigten, schmutzen die "Tübinger Steinis" aus demselben Grund Gesichter und (Fell-)Gewänder ein. Und statt Masken aufzusetzen, setzten sie ihre furchterregenden Gebisse ein.
Am Ende gab es dann noch Kurzauftritte der "Ammerdaal-Hexen" und der Hexen und Teufel des "Tübinger Narren 99 e.V.". Damit kam trotz des unter den heimischen Zünften fast schon historischen Konkurrenzdenkens doch so etwas wie ein Gesamttübinger Fasnetsauftakt zustande.
Aus dem CIN-Archiv:
Links zum Thema:
Fotos + Bericht:
cityinfonetz
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Die Giebelfassade von Nordwest. [mehr...]
Die heruntergekommene Fassade eines Hauses Am Kleinen Ämmerle (ebenso wie die einiger anderer älteren Gebäude in der Tübinger Unterstadt) zieht so manch besorgten Passantenblick auf sich. Denn die ständige Grundfeuchte der Ammer und die Ausdünstungen des im Erdgeschoss eingestellten Viehs haben ihre deutlich sichtbaren Spuren hinterlassen, so dass eine umfassende Sanierung dringlich geboten erscheint.
Das ehemalige doppelte Rundbogenportal von 1605. [mehr...]
In seiner 395-jährigen Geschichte hat das Haus viele Erneuerungen erlebt und dennoch den Großteil seiner ursprünglichen Konstruktion bewahrt. Zu dessen Dokumentation, aber auch als Planungsgrundlage für die anstehende Renovation des Hauses, wird derzeit im Rahmen eines Forschungsprojekts (siehe Info unten) eine dendrochronologische und gefügekundliche Untersuchung des Hauses durchgeführt.
Reste eines Kopfsteinpflasters im Erdgeschoss. [mehr...]
Wie viele Häuser in der Tübinger Altstadt besitzt es ein massives Sockelgeschoss, das als Viehstall genutzt wurde. Zwei sich deutlich abzeichnende Rundbogenportale führten an der Nordfassade in das Innere des Hauses. Ihre aufwändige Gestaltung verrät einen gehobenen Anspruch des Bauherrn. Doch wozu sollten zwei Portale nebeneinander gut sein? Handelte es sich um die getrennten Eingänge der beiden heute bestehenden Haushälften Nr.17 und
Nr.19?
Ungewolltes "Sichtfachwerk" [mehr...]
Die Altersbestimmung der im ersten Dachgeschoss eingezogenen Trennwände ergab den überraschenden Befund, dass das Gebäude tatsächlich bereits seit 1608, also drei Jahre nach Errichtung des Hauses, in zwei Besitzhälften aufgeteilt wurde. Damit erweist sich der Ursprungsbau von 1605 als Einfamilienhaus. Für die beiden Zugänge bedeutet dies, dass sie nicht die Besitzer, sondern nur die ‚Bewohner' des Hauses separierten: durch das linke, reicher gestaltete Portal gelangte man auf die ins "piano nobile" hochführende Treppe. Der rechte, schlichter gehaltene Eingang fungierte hingegen als Stalltüre, durch die das Vieh ins Erdgeschoss geleitet wurde.
Info:
Die Hausuntersuchungen finden im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Uni Tübingen zum Thema "Haus und Umwelt", das von Prof. Dr. Barbara Scholkmann, betreut und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert wird, statt.
Aus dem CIN-Archiv:
Link zum Thema:
Bericht: Tilmann Marstaller
Fotos : cityinfonetz
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Bademodenschau der Fa. Egeria anlässlich der Eröffnung des Tübinger Freibades 1951.
Unter dem Titel "Zeichen der Veränderung" zeigt das Stadtmuseum seit Ende letzten Jahres eine Ausstellung über die kleinen, aber dennoch recht interessanten Schritte Tübingens ins Industrie-Zeitalter.
Wir haben einige dieser Zeugen der "Industrialisierung" der Universitätsstadt in einem
zusammengestellt.
"Zauberdose" der Fa. LTP, ein Radio mit Keramikgehäuse.
Auf Impulse des Tübinger Gewerbevereins, dem Vorläufer des heutigen HGVs, entstand um 1870 in einer ersten Gründungswelle die "Wilhelmsvorstadt". Ihr folgte dann die sogenannte "Industrie-Vorstadt" an der Reutlinger Straße.
Eine weiterer Gründungsschub ist dann in den zwanziger Jahren des soeben beendeten Jahrhunderts zu verzeichnen.
Die Pfäffinger Firma Maico produzierte in den 1950er Jahren Motorräder, Motorroller und später auch Autos.
Viele dieser Betriebe gibt es heute noch, wie etwa die Walter AG und die Firmen Erbe, Schimpf, Schweickhardt, Trautwein und Egeria.
Andere wiederum mussten den Betrieb einstellen und sind zum Teil in Vergessenheit geraten. So zum Beispiel die Firmen Maico (Motorräder), LTP (Radios), Zanker (Waschmaschinen), Metz (Postkarten), Schäfer ("Tübinger" Stühle), Sidler (Autozubehör) und last, not at least, die Tübinger Modistin Klara Horrer.
Ein Ausschnitt aus der Produktpalette der Fa. Zanker: Wäscheschleuder "Rotella", ein elektrischer Wäschestampfer, Waschmaschine "Domina" und Badeofen "Columbus".
Ausstellungbegleitend bietet das Stadtmuseum eine ganze Reihe von Veranstaltungen zum Thema an:
Kurzführungen - Das besondere Objekt:
Der "Schäferstuhl", um 1920
Sonntag, 14.01.2001, 11 Uhr
Die "Zauberdose", ein Radiogerät, 1949
Sonntag, 21.01.2001, 11 Uhr
Die "Domina", eine Waschmaschine, 1959er Jahre
Sonntag, 28.01.2001, 11 Uhr
"Der Ingenieur", ein Ölgemälde, 1939
Sonntag, 04.02.2001, 11 Uhr
Betriebsführungen
(um Voranmeldung wird gebeten unter 94 54 60 oder nachmittags 204 1711)
Die Flender GmbH
Freitag, 19.01.2001, 14 Uhr
Treffpunkt: Bahnhofstr.40-44 (Kilchberg)
Der Südwestrundfunk
Freitag, 26.01.2001, 14 Uhr
Treffpunkt: Matthias-Koch.Weg 7
Führung durch die Ausstellung
Mit Kathrin Fastnacht
Freitag, 18.01.2001, 17.30 Uhr
Treffpunkt: Foyer im Stadtmuseum
Info:
Die Ausstellung ist bis zum 4.02.2001 Dienstag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr und Samstag + Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Link zum Thema:
Bericht + Fotos: cityinfonetz
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