CIN-Bilder Magazin
Ausgabe vom 22. Januar 2001


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"Einsicht 2001": Esoterik-Tage in Tübingen
 
Im Test: die Homepages unserer Abgeordneten
 
"Letz go!": Zehensocken für alle!
 
Leela Weitz, "bekannt aus Film, Funk, und Fernsehen", blickte "diskret & seriös" sowie "100% zutreffend" in die Kristallkugel.

Der Geruch von Räucherkerzen und sanfte Meditationsklänge durchströmten die Sphäre am Samstag und Sonntag im Tübinger Casino. Auch energiegeladene Luft und positive Schwingungen fand der Besucher bei den Esoterik-Tagen - wenn er denn daran glauben wollte.

Auch unser Fotograf machte sich auf die Suche nach dem Karma.


Die Funktionsweise der Wünschelrute wurde an einer Tasse mit grünem Tee demonstriert.

Und die Aussteller hatten wieder mal alles aufgeboten, was in der Szene wichtig ist: Heilsteine, Klangschalen, Schutzsymbole, Pendel, Wünschelruten, Horoskope. Kräftig langten sie auch zu: Zum Eintritt von zwölf Mark für einen Tag, 20 Mark für beide Tage verlangte so manche Einzelsitzung oder ein Schutzamulett seinen hohen Preis. Sonderveranstaltungen wie etwa "Die hautnahe Praxis des Familienstellens" waren im Eintrittsgeld nicht inbegriffen.


Das Orgasmatron verspricht, seinen Benutzer "bis ins Mark erschauern" und "möglicherweise in einen Zustand vollkommener Verzückung geraten zu lassen".

Zwei Tage also herrschte der esoterische Geist im Casino und schielte auf die Geldbörse der Besucher/innen. Die waren überwiegend jung und weiblich. Wenn es denn geholfen hat, wissen sie jetzt "Wie Liebe gelingt", wie "Feng Shui" funktioniert, und dass Engel und Heilsteine eine "göttliche hohe Schwingung" haben und uns helfen.


Die zahlreich vertretenen Kartenlegerinnen plauderten aus der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ihrer Kund(inn)en.

Schön. Die Patentlösungen aus angeblich "höherem Wissen" finden offenbar immer noch eine aufnahmewillige Klientel, die nach schnellen Lebenshilfen in akuten Nöten sucht.

Aus dem CIN-Archiv: Links zum Thema:
Bericht: Manfred Hantke
Fotos: cityinfonetz
  Der Server des Bundestags bietet zahlreiche Möglichkeiten sich über die Tätigkeit der Abgeordneten zu informieren.

Im Mittelalter hatte das Deutsche Reich keine richtige Hauptstadt. Die Kaiser und ihre Beauftragten regierten überwiegend im Umher-Reisen. Und das war bekanntlich beschwerlich. Heute scheint dagegen vieles einfacher. Es gibt nicht nur Post, Bahn und Auto sondern auch moderne Kommunikationsmöglichkeiten wie Telefon, Fax, und last not least das Internet.

Trotzdem verbringen die Regierenden und Abgeordneten einen guten Teil ihrer Arbeitszeit auf der Strecke. Berlin ist weit und Tübingen eine geradezu abgelegene Provinz. Um so wichtiger, dass sich "unser Mann" und "unsere Damen" in der Hauptstadt der modernen Kommunikationsmöglichkeiten auch tatsächlich bedienen. Wir haben uns einmal die Webseiten der Tübinger Abgeordneten angeschaut und miteinander verglichen.


Hertas Homepage: mit eigener Adresse.

Herta Däubler-Gmelin sitzt seit 1972 für die SPD im Bundestag. Vor zwei Jahren wurde sie Bundesjustizminsterin. Das hohe Amt machte die eigene Web-Adresse zur Pflicht. Die Ministerin ist unter www.daeubler-gmelin.de im Internet erreichbar. Ihre eMail-Adresse lautet genauso einfach herta.daeubler-gmelin
@t-online.de
. Ihre WebSite kommt ohne Schnick-Schnack aus. Das Design ist allerdings etwas zu schlicht geraten. Offenbar ist deshalb eine Überarbeitung der Seiten gerade im Gange. Immerhin sind die wichtigsten Adressen, Öffnungszeiten ihres Büros, Telefonnummern, eMail etc. schon aufzufinden. Jede Menge Informationen gibt es zum Lebenslauf der Ministerin. Sogar der komplette Text ihrer Dissertation (2 MB) lässt sich auf Anfrage herunterladen. Vielleicht ist das als kleiner Seitenhieb auf den vormaligen Bundeskanzler zu verstehen, dessen Diss angeblich nicht mehr auffindbar ist.

Winfried Hermann: unterm virtuellen Dach des Bundestags.

Etwas ausführlicher würde man sich die Texte zur politischen Arbeit der Ministerin schon wünschen. Hier ist aus dem letzten Jahr nur noch eine Seite enthalten. Immerhin gibt es einen Link zum Bundesjustizministerium. Dort stehen zahlreiche Mitteilungen, Reden und Interviews zur Verfügung.

Verbündet mit den Sozialdemokraten aber ohne Regierungsamt ist Winfried Hermann, Bundestagsabgeordneter vom Bündnis 90 / Die Grünen. Der in Rottenburg geborene Hermann gehört erst seit zwei Jahren dem Bundestag an. Zuvor war er überwiegend in der Landespolitik engagiert, u.a. von 1992 bis 1997 als Vorsitzender der Grünen in Baden-Württemberg.

Annette Widmann Mauz: Spartanische Infos.

Der Bündnis-Grüne hat seine Homepage beim Deutschen Bundestag abgelegt: http://www.bundestag.de/
mdbhome/hermawi0
. Kein schlechter Platz, denn er ist über die Einstiegsseite des hohen Hauses gut aufzufinden. Für eine Visitenkarte oder ein Wahlprospekt wäre das "hermawi0" aber wohl weniger geeignet.

Übersichtlich gegliedert bietet Hermanns Homepage zahlreiche Reden und andere Texte an. Hat man den Bundestags-Server aber erst einmal für sich entdeckt, so ist man bald fasziniert von den technischen Möglichkeiten, die dort mittlerweile zur Verfügung stehen. So werden zum Beispiel die Reden im Parlament auf Video mitgeschnitten, verschlagwortet und in einem Video-Archiv abgelegt. Eine Suche nach Winfried Hermann lieferte eine ganze Reihe seiner Redebeiträge, wie zum Beispiel den am 23. März 2000 über Doping im Spitzensport.

Leider blieb unsere Suche nach der dritten Vertreterin des Tübinger Wahlkreises in Berlin ohne Ergebnis. Die Wahlkreis-Beauftragte Annette Widmann-Mauz, die 1998 über die Landesliste der CDU ins Parlament gewählt wurde, hat sich wohl noch keine eigene Homepage zugelegt, sieht man einmal von einer spartanischen Seite mit Lebenslauf und eMail-Adresse ab, die auf dem Bundestags-Server hinterlegt ist.

Bericht: cityinfonetz
  Das Zollernland ist die Heimat der Zehensocken.

Letzte Woche machte ein Eintrag in unserer regionalen Branchen-Datenbank die Redaktion besonders neugierig. Unter dem Motto "Zehensocken für alle!" wurde auf eine Hechinger Homepage aufmerksam gemacht, die originelle Abhilfe für von Schweiß und Kälte geplagte Füße versprach.

Mit einem Klick auf http://www.zehensocken.de.vu machten wir uns auf die Reise ins "Land der Zehensocken".

"Das ist ja ein Ding"
von Sabine Frohriep
Ausschnitt (39 sec)
Als "Stream" (Real-Video)
Als "Download" (658 KB)
Auch die "Landesschau" und "Brisant" waren "von den Socken" (begeistert).

Eigentlich kommen die Zehensocken ja aus Japan. Aber dem gelernten Strickmeister Bernd Letzgus und seiner Lebenspartnerin Angelika Schaupp gelang es in abendlicher Tüftelarbeit, sie in Farben, Form und vor allem bezüglich der Zehengröße den heimischen Erfordernissen anzupassen.

Am 1. Oktber 1999 fiel dann der Startschuss für die heimische Hobbyproduktion. Inzwischen hilft die gesamte Verwandtschaft bei "Letz go" mit, um die täglichen Bestellungen (bis zu 200 e-mails pro Tag vor Weihnachten) zu bewältigen.

Für Dreitastenmaus-User eröffnen sich interessante Aspekte...

Das Material für diese innovative Fußbekleidung besteht übrigens aus 95 % Baumwolle und 5 % Elastan, und ist somit bei 60 Grad waschbar und für den Trockner geeignet.

Es gibt vier Grundmodelle: "Basics", "Kunterbunt", "Ringel schmal" und "Blockringel" sowie ein Sondermodell "Hohenzollern" mit dem Motiv der Burg.

Außer den beiden Standardgrößen "klein" (35 bis 41) und "groß" (42 bis 48) sind auch Sonderanfertigungen bis Größe 60 möglich.

Das Fax spielt für Angelika Schaupp, die den Vertrieb organisiert, eine große Rolle.

Einen richtigen Nachfrageschub gab es im letzten Herbst, als das Fernsehen zu Besuch war. Seitdem boomt nicht nur der Sockenverkauf, auch im Gästebuch auf der Homepage tut sich einiges.

Neben Grüßen zufriedener Sockenträger aus aller Welt äußert hier auch eine Dame, die offensichtlich auf großem Fuße lebt, ihren Unmut über die eingeschränkte Farbauswahl bei den großen Größen mit dem Ausruf "Kiwigrüne Zehensocken für alle!"

Link zum Thema: Bericht + Fotos: cityinfonetz
 

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