Jürgen Schrempp über Malerei, Motoren und den "Mercedes unter den Kunsttempeln".
Wenn das kein gutes Omen ist! Zur feierlichen Eröffnung der Rousseau-Ausstellung am Freitag Abend gab es einen noch nie da gewesenen Andrang Kunstinteressierter aus nah und fern. Und als dann die Kapazität der Tübinger Kunsthalle mit nahezu 1000 Besuchern erschöpft war, mussten sogar die Türen vor der Nase noch weiterer Einlass Begehrender geschlossen werden.
Wir waren rechtzeitig vor Ort und haben nicht nur Video-Clips von den Eröffnungs-Ansprachen, sondern auch einen
von diesem Tübinger Event des Jahres mitgebracht.
Götz Adriani über die Tübinger Rousseau-Ausstellung und die Beziehung des Künstlers zu Daimler.
Anwesend war lokale, regionale, nationale und auch internationale Prominenz aus Kunst, Politik und Wirtschaft. Besonders herzlich mit Beifall, obwohl mit deutlicher Verspätung mitten in die Schrempp'sche Rede hineinplatzend, wurde Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin bedacht.
Daneben wurden gesichtet: Bundes-Staatssekretär Siegmar Mosdorf, Daimler-Chrysler-Vorstand Manfred Gentz, zahlreiche Kolleginnen und Kollegen von Prof. Adriani, Bundestagsabgeordnete Anette Widmann-Mauz, der Tübinger Kulturbürgermeister Gerd Weimer und viele, viele mehr.
TAGBLATT-Verleger Christoph Müller erläutert Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin seine Sichtweise der Werke.
Als Erste trat Tübingens Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer ans Rednerpult und würdigte die Verdienste von Kunsthallenchef Adriani. Anschließend erinnerte Staatssekretär Michael Sieber an die Summen, mit denen die Stuttgarter Landesregierung jährlich die Kunst fördere.
Aus den nun folgenden Reden des "alleinigen Sponsors der Ausstellung" und Vorstandsvorsitzenden der Daimler-Chrysler AG Jürgen Schrempp und des Ausstellungs-Machers Prof. Götz Adriani haben wir Ausschnitte als Real-Video-Clips bereit gestellt.

Besonders vor den Dschungel-Bildern herrschte großer Andrang.
Wie immer haben hier die Streams die wesentlich kürzere Ladezeit, die Downloads hingegen die deutlich bessere Qualität.
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Im Anschluss an die Ansprachen ergoss sich eine wahre Woge von Rousseau-Be- und Neugieriger in die Halle des Tübinger Kunsttempels. Auch der Katalog (Sonderpreis in der Ausstellung: 39 Mark, mit Tüte: eine Mark Aufpreis) fand reißenden Absatz.
Übrigens waren wir nicht die Einzigen, die Filmaufnahmen machten. Aus Untertürkheim war eigens ein dreiköpfiges Filmteam des Werks-Fernsehens angereist, um den Firmenangehörigen über die von Daimler-Chrysler gesponserte Ausstellung zu berichten.
Links zum Thema:
Fotos + Bericht: cityinfonetz
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Viele der Gemälde sind nur selten außerhalb Frankreichs gezeigt worden.
Am Donnerstag Abend ging die Landesschau Baden-Württemberg in einem ausführlichen Beitrag nicht nur auf Vorbereitungen zur Eröffnung der Tübinger Rousseau-Ausstellung, sondern auch auf Vita und Werk des Künstlers ein.
Nicht ohne Grund, denn die Geschichte des Person Rousseau und seiner Einschätzung als Künstler ist in der Tat bemerkenswert.
War der Bildermaler ein verkappter Frauenheld?
Der Filmbericht beschäftigte sich besonders mit den unbekannten Seiten des "Zöllners". So gaben die zahlreichen und oft erotischen Frauengemälde ("eine Entdeckung der Tübinger Ausstellung") dem Autor Anlass zur Vermutung, dass der Künstler im wirklichen Leben ein Frauenheld gewesen sein könnte.
Dem widersprach Interview-Partner Adriani jedoch sofort heftig: "Das glaube ich nicht, dazu war er viel zu sehr ein Kleinbürger, der keinerlei Kontakt zu anderen Künstlern wie Toulouse-Lautrec gehabt hat".
Rousseau, auch ein Maler des Pariser Landlebens und der Vorstädte.
Weiterhin gehören zu den weniger bekannten Werken auch die Bilder aus dem Umfeld der bürgerlichen Existenz des Künstlers. Er malte sie in erster Linie für seine Nachbarn, für Handwerker und Bäcker, und bezahlte damit seine Schulden.
Darüber hinaus bringt das Bild "der Krieg", eine 1893 gemalte apokalyptische Szenerie, die einseitige Einschätzung Rousseaus als "Dschungelmaler" endgültig ins Wanken.
Die Urwaldbilder begründeten seinen heutigen Ruhm.
Und so ist aus Henri Rousseau, der zu Lebzeiten als "Naivling" und "Nichtskönner" beschimpft worden war, in unseren Tagen ein Großmeister der naiven Malerei und einer der populärsten Künstler überhaupt geworden, der vor allem mit den Urwaldbildern "sein" Publikum wie magisch anzieht.
Und dies wird wohl auch für die Ausstellung in der Tübinger Kunsthalle zu erwarten sein.
Wir danken recht herzlich dem für die freundliche Genehmigung.
Fotos + Bericht: cityinfonetz
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Original erhalten: die alte Weinstube Forelle.
Die "Forelle" in der Kronenstraße zählt zu den Tübinger Gasthäusern mit
großer Tradition. Seit über hundert Jahren wird hier die gehobene
schwäbische Küche gepflegt. Beim Studium der Speisekarte stößt man
heutzutage auf so köstliche Kreationen wie Kraut- und Wirsingwickel mit
Rehfleischfüllung, geröstete Wildmaultaschen auf Thymianlinsen,
gebratene Entenleber und Blutwursträdle auf Apfelscheiben oder
Albwildschweinrücken mit Steinpilzmaultäschle...
Aber nicht nur der kulinarische Genuss, auch das historische Ambiente
machen die Forelle zu etwas Besonderem. So ist zum Beispiel die alte
Weinstube im Hochparterre eine kleine Sehenswürdigkeit. Sie wurde um
1894 vom königlichen Hofdekorationsmaler Karl Robert Haag ausgemalt.
Auch die Fenster mit ihren geätzten Scheiben und die Holztäfelung
gehörten von Anfang an zur feinen Ausstattung. Auftraggeber war der
damalige Inhaber Moritz Reichmann. Um die Jahrhundertwende verkehrte in
der urigen Stube eine illustre Schar von Gästen, allen voran der
württembergische Thronfolger Herzog Albrecht.
Aufwändig restauriert: die Malereien an den Wänden ringsum.
Reichmann war ein vortrefflicher Gastgeber. Kein Wunder, denn er hatte
in der Stuttgarter Hofküche gelernt und später als
fürstlich-fürstenbergischer Küchenmeister in Donaueschingen gearbeitet.
Last not least hat er dem Wirtshaus, das schon 1875 von seinem
Schwiegervater Karl Trautwein begründet worden war, seinen heutigen
Namen "Forelle" gegeben.
Auch nach Reichmanns Abgang gehörte die Forelle zu den gern besuchten
Gasthäusern Tübingens. Nach dem Zweiten Weltkrieg verkehrten hier die
Ensemble-Mitglieder des Landestheaters, unter ihnen so berühmte
Schauspieler wie Elisabeth Flickenschild und Erich Ponto.
Früher mal Druckerei: der Saal im Obergeschoss.
Durchquert man die Weinstube, führt rechter Hand eine schmale Treppe
hinauf in den ersten Stock. Dort befindet sich ein kleiner Saal. Er
bietet Platz für bis zu 45 Personen, wird aber meist nur auf Anfrage für
geschlossene Gesellschaften geöffnet.
Von 1751 bis 1824 befand sich hier oben die "Officin" der Buchdruckerei
Schramm. Zahlreiche bedeutende Werke haben von diesem Saal aus den Weg
hinaus in die Welt genommen. Da Schramm auch für den Cotta-Verlag
druckte, waren sogar einige Erstausgaben deutscher Klassiker darunter,
wie etwa Schillers Wallenstein.
Das erste Blatt der ersten Tübinger Zeitung von 1819.
Damit nicht genug, erschien im Jahr 1819 in der Schrammschen Druckerei
die erste Tübinger Lokalzeitung das sogenannte "Tübinger und
Rottenburger Intelligenz-Blatt".
Reservierungen und Anfragen: Weinstube Forelle, Familie Baur,
Kronenstraße 8 (beim Marktplatz), 72070 Tübingen, Tel. 07071/24094. Fax
552283
Stadtplan
Bisherige Beiträge "Festsäle in der Region":
Fotos + Bericht: cityinfonetz
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