Die Gruppen der Narrenzunft Tübingen e.V. führten den Umzug an.
Nicht zuletzt das sonnige Wetter mit frühlingshaften Temperaturen sorgte beim fünften Umzug der Narren durch die Tübinger Altstadt für einen neuen Besucherrekord. Die Narrenzunft Tübingen e. V., die in diesem Jahr für die Organisation der Veranstaltung verantwortlich war, konnte rund 20.000 Zuschauer vermelden.
Wir haben mit der Kamera
auf dem Marktplatz beobachtet.
Eine Konfetti-Kanone, Purzelbäume und eine motorisierte Hexe.
Und nicht nur die Anzahl der Zuschauer, auch die über 4.500 Hästräger, darunter Teilnehmer vom Schwarzwald, Bodensee und sogar aus der Schweiz, machten Tübingen am Sonntag zur Fasnetshochburg.
Obwohl die Narrenzunft Rottenburg wegen des parallel stattfindenden Ringtreffens absagen mussten, war der Zug mit 72 Gruppen voll besetzt. 30 weitere Vereine, die ebenfalls noch mitmarschieren wollten, konnten nicht mehr berücksichtigt werden.
Eine Rekordpyramide, Peitschengeknalle und eine nicht so damenhafte Dame.
Pünktlich um 13.30 Uhr ging es vom Aufstellort am Haagtorplatz los. Über die Jakobsgasse und Kornhaustrasse ging es in die Collegiumsgasse und dann in die Neue Strasse. Dann wieder zurück über den Holzmarkt und den Marktplatz die Haaggasse hinunter zum Ausgangpunkt, wo das Ende des Zuges dann gegen 16.30 Uhr wieder eintraf.
Diese lange Dauer war nicht nur auf die vielen Teilnehmer, sondern auch auf die zahlreichen und ausgedehnten Lücken innerhalb des "Rundzuges" zurückzuführen.
Gefangen im Hexenkarussell und ein Jongleur.
Zunftmeisterin Katja Schuh, die immer wieder versucht hatte, mit Narrenrufen, Sprüchen und sogar Quizfragen die Pausen zu überbrücken, meinte schließlich: "Zu einem guten Umzug gehört auch ein richtiges Loch!"
So besehen gehörte der diesjährige Umzug sogar zu den sehr guten ... ;-)
Info: Die Stream-Versionen der Videoclips haben erheblich kürzere Ladezeiten, der Download hingegen die deutlich bessere Qualität. Die Basic-Version des Real-Players kann kostenlos hier heruntergeladen werden.
Aus dem CIN-Bilder Archiv:
Links zum Thema:
Fotos + Bericht: cityinfonetz
|
|
Pauline-Krone-Heim - ehemals Gutleuthaus: heute nicht mehr effizient genug.
Die Stadt Tübingen will ihre Altenhilfe doch nicht privatisieren, wie
dies zunächst erwogen worden war. Statt dessen soll der bisherige
Eigenbetrieb in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt werden und in der
Trägerschaft der Stadt verbleiben. Bei der geplanten Umwandlung und
Sanierung der Finanzen soll die Ludwigsburger Firma "Kleeblatt Consult"
mitwirken. Dies beschloss vor kurzem der Gemeinderat.
Betroffen sind das Bürgerheim in der Altstadt sowie das
Pauline-Krone-Heim an der Wilhelmstraße. Beide Einrichtungen arbeiten
bislang nicht kostendeckend, brauchen also jährlich einen kräftigen
Zuschuss aus der städtischen Haushaltskasse. Und der soll künftig
abgebaut werden. Zu teuer ist etwa das Fachpersonal, das nach Tarifen
des Öffentlichen Dienstes bezahlt werden muss.
Bettelbrief fürs Tübinger Spital von 1291 (heute Bürgerheim). Seit dem 13. Jahrhundert werden hier die "sechs Werke der Barmherzigkeit" geübt.
Eigentlich müsste es ja egal sein, wer die Dienstleistung für die alten
Mitbürger erbringt: die Stadt oder ein privater Betreiber. Das ist es
aber offenbar nicht. Wie sollte man sonst die zahlreichen Besucher in
der Gemeinderatssitzung erklären, die sich gegen eine Privatisierung
stemmten. Vor der Sitzung gab es sogar eine kleine Demo mit
Transparenten wie "Der Rat wird auch älter - denkt er da an Gelder?".
Der Unmut vieler Bürger ist offensichtlich. Aber wo liegen die Ursachen
dafür?
Vielleicht ist es die soziale Kälte, die eine reine Privatisierung
offenbart hätte. Selbst die Pflegekosten auf dem Sterbelager werden
heutzutage mit spitzer Feder kalkuliert und dürfen bestimmte Werte nicht
mehr übersteigen. Auch das Altenheim ist mittlerweile ein Betrieb, der
wie in der Industrie, an seiner Effektivität gemessen und danach
bewertet werden kann.
Die gebende Hand: Symbol des Spitals (am heutigen Sozialamt).
Diese Vorstellung ist für viele schmerzlich. Denn sie widerspricht den
Grundüberzeugungen, die seit Jahrhunderten tradiert sind. Dabei muss das
christliche Weltbild gar nicht mal im Vordergrund stehen. Es genügt
schon das Mitgefühl für den Mitmenschen, dem man eine Pflege nach
Mindestkonfektion nicht zumuten möchte.
Gerade im Tübinger Fall wird auch deutlich mit welch' alter Tradition
bei einer Privatisierung gebrochen würde. Sowohl das Pauline-Krone- als
auch das Bürgerheim gehören zu den ältesten kommunalen Einrichtungen.
Als Gutleuthaus und Spital haben sie schon im 13. Jahrhundert bestanden,
und zwar exakt an den Plätzen, an denen sie heute noch stehen.
Ehemals Spital - heute Bürgerheim an der Schmiedtorstraße.
Offenbar gehörte die Versorgung der Pflegebedürftigen zu den wichtigsten
Anliegen unserer Altvorderen. Erst auf diesen Fundamenten, dem
christlichen Selbstverständnis und der praktizierten Nächstenliebe, hat
sich die weitere Entwicklung der Gesellschaft vollzogen. Ein Splitter
sicher nur von dem, was wir gerne christliches Abendland nennen. Aber
vielleicht einer, der die Menschen auch heute noch bewegt.
Aus dem CIN-Bilder Archiv:
Fotos + Bericht: cityinfonetz
|
|
Kreative Tanzgestaltung und tänzerische Körperfreiheit: "Five for Feidman".
Von A wie Aerobic bis Z wie Zirkeltraining. Semester
für Semester sporteln über 5000 Studiosi und Unimitarbeiter durch
das Hochschulsport-Programm. Etwa 40 verschiedene
Kurse werden allein in diesem Semester angeboten.
In einer dreistündigen Gala boten am Donnerstagabend zahlreiche Gruppen
in ihr sportlich-semestriges Treiben.
Eine Menschenpyramide aus akrobatischen "Hochstaplern".
Ausgleichsgymnastik, Turnen, Fitness ganz traditionell. Künstlerisch-
herausfordernd Pantomime, Flamenco, Bauchtanz. Oder Step-
Aerobic mit grellfarbenem Kunststoffschemel.
Da heizt Ober-
Stepper Luigi Irollo, cool-sonnenbebrillt, mit urschreiartigen
Motivationsrufen seiner sechsköpfigen Damengruppe ein.
Und die 1998 gegründete Kindertanzgruppe des
Sportinstituts springt, hüpft, defiliert als trinkliedsingender
Hofstaat.
Seit zwei Jahrzehnten ein Begriff: Die Vorführgruppe "Elementarer Tanz".
Schulter an Schulter, bei Rida- und Anschlagschritt verausgabt
sich die Folkloregruppe von Michael Hepp bei osteuropäischen
Kreistänzen in buntbestickter bulgarischer Tracht. Doch nicht zu
übersehen, hier fehlt der studentische Nachwuchs. Der mag's
lieber iberisch-latinisch oder gar orientalisch. Etwa als
Bauchtänzerin mit galantem Fingerspiel und glitzernd-glänzenden
Beinkettchen.
Nicht weniger als 28 Flamenco-Tänzerinnen dicht an
dicht in geblümt-getupften Stufen- und Glockenröcken,
schwingender Hüfteinsatz inklusive, durchmessen die
rotlichtbeschienene Halle. Zwei Paare schleifen Tango tanzend
durch den Raum.
Inge Seefluth, die Organisatorin und Verantwortliche der Sport-Gala.
Akrobatische Höchstleistungen, Salti, Pirouetten, Flick-Flacks auf
dem schmalen Grat des Schwebebalkens leisten die sechs
Kunstturnerinnen der TSG. Seilspringende Trampolinturner im Blaumann fliegen durch die
Hallenluft.
Aus dem Hochschulsport-Programm nicht mehr
wegzudenken: die asiatische Kampfkunst. Einst zur
Selbstverteidigung, nunmehr Kunstform. Harmonisch-fließende,
mitunter dynamisch-spannungsvolle Bewegungen des Tai Chi oder
die asiatischen Holzhauer, die Taekwondo-Gruppe beim hölzernen
"Bruchtest" gab's zu bestaunen.
Fazit: Ein kunstvoll-sportliches
Kaleidoskop, das sich fortzusetzen lohnt.
Fotos + Videos: cityinfonetz
Bericht: Susanne Wiedmann
|
|
|