Die Gräfin Mechthild durfte ebensowenig fehlen wie die Konfetti-Kanone.
Der Wettergott meinte es gut am Sonntag mit den Narren - und auch mit den Glühweinverkäufern. Denn beim diesjährigen "Ommzug" in Rottenburg schien zwar die Sonne, die Temperaturen kletterten jedoch kaum über den Gefrierpunkt.
Wir haben neben den Videoclips auch einen
vom närrischen Treiben in der Domstadt aufgenommen.
Die "Pompele" und "Ahlande" gehören zu den Traditionsfiguren bei der Rottenburger Fasnet.
Wie bereits im Vorjahr gab es keinen "Rommzug", also einen Zug im Kreise, sondern einen "Ommzug" mit Anfangs- und Endpunkt. Diese Verteilung auf beide Neckarufer hat sich für die Aufstellungs- und Auflösungslogistik als weitaus günstiger herausgestellt.
Und an diese wurden am Sonntag hohe Anforderungen gestellt, denn der Zug setzte sich aus rund 6000 Narren in über hundert verschiedenen Gruppen zusammen.
"Hexenkarusselle" und Fetzige Musik sorgten für Stimmung.
Pünktlich um 14 Uhr setzt sich der Zug von der Tübinger Straße aus in die Ehinger Straße in Bewegung. Dort hatten wir auf einem Balkon gegenüber der alten Stadtmauer unsere Kameras postiert.
Über den Ehingerplatz ging es dann zur Oberen Brücke und von dort in die Königsstraße. Vom Eugen-Bolz-Platz bog der Zug in die Sprollstraße ein, um sich dann nach dem gut zweieinhalb stündigen Marsch in der Gartenstraße wieder aufzulösen.
Mit Akrobatik und Schabernak wurden die Zuschauer bestens unterhalten.
Am Ende zeigten sich alle Beteiligten höchst zufrieden. Der angekündigte Schneeregen war ausgeblieben, der Mega-Umzug verlief ohne besondere Zwischenfälle und die verananstaltende Narrenzunft Rottenburg konnte letztendlich mit 50.000 Zuschauern einen neuen Besucherrekord vermelden.
Info: Die Stream-Versionen der Videoclips haben erheblich kürzere Ladezeiten, der Download hingegen die deutlich bessere Qualität. Die Basic-Version des Real-Players kann kostenlos hier heruntergeladen werden.
Links zum Thema:
Fotos + Bericht: cityinfonetz
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Tübinger Herold beim Festzug von 1841.
Was für ein Tag! Am 28. September 1841 feierte das ganze Land das
Regierungsjubiläum Wilhelms I. Der König saß seit 25 Jahren auf dem
württembergischen Thron. Er hatte das Land mit strenger Hand regiert und
dabei ein ordentliches Stück voran gebracht. Immerhin gab es eine
Verfassung und den Gemeinden war eine kommunale Selbstverwaltung
gestattet. Kaum entwickelt waren dagegen Industrie und Verkehr. Die
erste Eisenbahn sollte erst vier Jahre später ihren Betrieb aufnehmen.
Das Land war noch überwiegend agrarisch geprägt.
Hopfenwagen der Rottenburger mit "niedlichen jungen Mädchen".
Höhepunkt der Feiern war ein Festzug durch Stuttgart mit über 10.000
aktiven Teilnehmern. Die ganze Stadt war aus dem Häuschen und das halbe
Königreich auf den Beinen! Mehr als 200.000 Zuschauer, alte und junge,
waren gekommen, überwiegend zu Fuß. Unter ihnen auch der wohl älteste
Bewohner des Landes: der Bäcker Merz von Dürrwangen. Er hatte im Februar
1841 sein 102. Lebensjahr zurückgelegt und konnte - wie der Schwäbische
Merkur berichtete "dem Drange nicht widerstehen, seinen König an diesem
festlichen Tag zu sehen. Er wurde von zwei Stuttgarter
Bäcker-Oberzunftmeister geführt und seine Majestät geruhten
theilnehmende Worte an ihn zurichten".
Landleute von Reutlingen und Tübingen.
Der bedeutende Festzug ist später mehrfach beschrieben und in Bildern
dargestellt worden. Eine Veröffentlichung überragt allerdings
alle anderen: Es ist eine Bildrolle mit einer Länge von 25 Metern, die
in der Tübinger Universitätsbibliothek erhalten blieb. Die einzelnen
farbigen Lithographien wurden offenbar zu dieser beachtlichen Länge
zusammengeklebt, so dass der Betrachter den Zug vor seinen Augen
abrollen lassen konnte. Soweit bekannt, gibt es von dem seltenen Werk
nur noch ein weiteres Exemplar im Hauptstaatsarchiv in Stuttgart.
Dieser Tage hat nun die Universitätsbibliothek ihr Exemplar im Internet
publiziert. Damit können die wertvollen Originale künftig im Schrank
bleiben und geschont werden. Den historischen Begleittext fürs Internet
hat Wilfried Lager von der Universitätsbibliothek verfasst. Er weist
darauf hin, dass über das aufwändige Unternehmen heute nur noch wenig
bekannt ist. Man kennt weder die Auflage noch den damaligen Preis der
Drucke. Leider weiß man auch nicht, ob und warum das groß angelegte
Vorhaben ins Stocken geriet und nicht abgeschlossen wurde. Denn sowohl
in Stuttgart als auch in Tübingen fehlen die letzten Abteilungen des
Festzugs. Das ist deshalb so bedauerlich, weil ausgerechnet in der
achten Abteilung des Zuges sich die Künste und Wissenschaften
darstellten, darunter die Tübinger Universität.
Wagen vom Schönbuch mit einer gründende Buche.
Dennoch gibt es einige Tubingensien, die wir in der 25 Meter langen
Bildfolge entdeckt haben: Ganz am Anfang etwa den Herold mit dem
Tübinger Stadtwappen. Er reitet bei den sieben "guten Städten"
Württembergs. Auch die Rottenburger lieferten einen wichtigen Beitrag
zum Festzug: Sie schickten einen festlich geschmückten Hopfenwagen nach
Stuttgart. "Unter den hochaufrankenden Hopfenreben guckten niedlich
junge Mädchen hervor, die Hopfenblüthe pflückend und in Körbe sammelnd,
die Säcke zu füllen" (Schwäbischer Merkur).
Last not least hatte auch
der Schönbuch seinen eigenen Wagen. Er wurde von den Böblingern und
Sindelfingern geschickt und trug als Sinnbild eine grünende Buche.
Link zum Thema:
Bericht: cityinfonetz
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Das Pferdeköpfchen aus Elfenbein ist 36 mm lang, 7 mm breit, 15 mm hoch und 3,6 g schwer.
Im Museum Schloss Hohentübingen sind zur Zeit zwei Kunstwerke der Altsteinzeit zu sehen, die 1999 bei den Ausgrabungen im Hohle Fels bei Schelklingen entdeckt wurden.
Den Anstoß für diese Sonderausstellung gab, so die Museumsleiterin Dr. Bettina von Freytag, die vor zwei Wochen in der Tübinger Kunsthalle eröffnete Rousseau-Retrospektive. Und zwar als Teil des Konzeptes, die Besucher der Ausstellung auch nach unten in die Stadt und somit auch wieder hoch aufs Tübinger Schloss zu bringen. Daher sei auch für die Werbung und die Beschriftung das "Rousseau-Rot" der Ausstellung übernommen worden.
Bei dem 76 mm langen und 59 mm breiten Kalksteinbruchstück handelt es sich vermutlich um einen Teil der bemalten eiszeitlichen Höhlenwand.
Hauptattraktion ist ein kleiner Pferdekopf, der vermutlich ein Bestandteil einer ganzen Tierfigur war. Das Artefakt aus Elfenbein wurde in einer Fundschicht entdeckt, die in die Zeit vor ca. 30.000 Jahren datiert.
Die Abnutzungsspuren an den Bruchkanten lassen übrigens den Schluss zu, dass das Figürchen bereits in "antiker" Zeit zerbrochen ist. Möglicherweise hat es der steinzeitliche Besitzer dann als eine Art Talisman bei sich getragen.
Vor ca. 40.000 Jahren wanderte der moderne Menschtyp "homo sapiens" ein und verdrängte den Neandertaler.
Deutlich jünger, aber nicht weniger interessant, ist ein mit roten Punktreihen bemalter Kalkstein. Er stammt aus dem sogenannten Magdalénien, also aus der Zeit vor rund 13.000 Jahren.
Vergleichbare Stücke von anderen Fundstellen auf der Schwäbischen Alb, aber auch aus Bayern und der Schweiz legen daher die Vermutung nahe, dass es sich um eine Art "Höhlenkunst" handelt und dass diese Art der Verschönerung der Höhlenwände in ganz Westeuropa verbreitet war.
Eines der frühesten Zeugnisse menschlicher Kunst: das Vogelherd-Pferdchen.
Die neuen Exponate befinden sich übrigens in prominentester Gesellschaft. Denn zur Dauerausstellung des Schlossmuseums gehören die weltberühmten Vogelherd-Figuren und Elfenbeinplastiken aus der Geißenklösterle-Höhle.
Und diese zählen zu den ältesten von Menschenhand geschaffenen Kunstwerken. Also Anlass genug, in den zu erwartenden Besucherandrang auf die Urwaldbilder in der Kunsthalle die Urweltfiguren im Schlossmuseum mit einzubeziehen.
Info: Die Sonderausstellung ist noch bis zum 1. Juli zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums Schloss Hohentübingen zu sehen.
Aus dem CIN-Bilder Archiv:
Link zum Thema:
Fotos + Bericht: cityinfonetz
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