Gut besuchtes Tagblatt-Podium in der Kelter.
Trauben von Menschen in der Schmiedtorkelter: Das Interesse am
Tagblatt-Podium war beachtlich. Mehr als 350 Zuhörer waren am vergangen
Freitagabend gekommen, um live die Diskussion über das "Kaufhausprojekt
Pfleghofstraße" zu verfolgen.
Auf dem Podium saßen der Investor Wolfgang Riedler, die
Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer, der frühere Stadtsanierer
Andreas Feldtkeller und W.U.T-Stadtrat Hermann-Arndt Riethmüller. Für
das Schwäbische Tagblatt moderierten Sepp Wais und Eckhard Ströbel.
Cityinfonetz hat die Veranstaltung mitgeschnitten und ein paar der
interessantesten Passagen ausgesucht, die wir im folgenden als
Realaudios zum "Nachhören" aufbereitet haben.
OB Brigitte Russ-Scherer und Investor Wolfgang Riedler (rechts).
Investor Riedler betonte, dass seine bisherigen Entwürfe nur eine erste
Studie darstellten und in dieser Form auf keinen Fall realisiert würden.
Sollte ein Abbruch der drei Gebäude in der Pfleghofstraße nicht erlaubt
werden, wäre er auch zur Sanierung der Altbauten bereit. Er ging davon
aus, dass eine Tiefgarage auf dem Gelände wirtschaftlich und technisch
möglich sei, konnte sich aber auch vorstellen, dass anderswo, zum
Beispiel in der Doblerstraße Parkierungsmöglichkeiten geschaffen werden
könnten.
Andreas Feldtkeller und Hermann-Arndt Riethmüller (rechts).
Oberbürgermeisterin Russ-Scherer mochte sich offenbar noch nicht
festlegen. Sie ließ offen, in welchem Umfang ihres Erachtens Neubauten
an der Pfleghofstraße möglich sind. Szenenapplaus gab es für ihre
Feststellung, dass sie unbedingt die erfolgreiche Stadtsanierung, wie
sie unter Andreas Feldtkeller begonnen worden sei, fortsetzen wolle.
D.h. die Altstadt solle möglichst in ihrer Einmaligkeit erhalten werden.
Eine endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen könne aber erst
nach umfangreichen, noch nicht abgeschlossenen Prüfungen erfolgen.
Buchhändler Riethmüller ist der Überzeugung, dass die Stadtverwaltung
kaum vorab feststellen kann, ob das geplante Kaufhaus auch tatsächlich
erfolgreich sein wird. Er erinnerte an den Umbau der Schmiedtorkelter
zur Markthalle. Der war zunächst ein Flopp. Erst als die beiden jetzigen
geschäftstüchtigen Jungunternehmer das Ruder übernahmen, wurde die Sache
erfolgreich.
Skizze von Architekt Armin Junger: So könnte eine neue Bebauung der Pfleghofstraße aussehen.
Andreas Feldtkeller gab zu bedenken, dass es während der gesamten
Altstadtsanierung nie zu einer so großen Abbruchmaßnahme gekommen sei.
Es handle sich immerhin um einen Abschnitt in der Pfleghofstraße von
insgesamt 50 Metern Länge, der zur Debatte stehe. Die in Frage stehenden
Häuser seien zwar heruntergekommen, gehörten aber zu einem
städtebaulichen Ensemble, das zur Zeit Hölderlins - also klassizistisch
- entstanden sei. Hier stelle sich Tübingen nicht krumm und bucklig dar,
sondern dem damaligen Zeitgeschmack angepasst ganz modern. Die Gebäude
verfügten über große Erdgeschosse, aus denen sich auch heute noch etwas
machen ließe.
Aus dem CIN-Bilder Archiv:
Links zum Thema:
Fotos + Bericht: cityinfonetz
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Anke Lehrer und Inna Wecker fanden vor zwei Jahren durch ein Zeitungsinserat zueinander.
In diesen Tagen ist eine CD mit Arien des italienischen Barocks als Erstlingswerk zweier Tübinger Künstlerinnen erschienen. Sie enthält Werke aus "Arie Antiche", einer Sammlung frühbarocker und barocker Arien des römischen Komponisten und Musikwissenschaftlers Parisotti.
Wir haben von der CD einige Klangpröbchen ausgekoppelt:
Ausschnitt 1 (56 sec):
"Si tu mami" von Parisotti
Ausschnitt 2 (37 sec):
"Vittoria, vittoria!" von Carissimi
Ausschnitt 3 (1,02 min):
"O del mio dolce ardor" von v. Gluck
Ausschnitt 4 (1,04 min):
"Gia il sole dal Gange" von Scarlatti
Hauptberuflich ist Anke Lehrer beim Stadtmuseum Tübingen tätig.
Für die 39jährige Anke Lehrer hatte die Laufbahn als Sopranistin vor 8 Jahren begonnen. Bei einem Fest wurde die bis dato ausschließliche Jazz- und Blues-Sängerin angesprochen, ob sie auf Grund ihres Stimmumfanges es nicht einmal mit einer klassischen Arie probieren möchte. Gleich der erste Versuch war dann für sie eine Art "Gänsehaut-Erlebnis". Seit dieser Zeit nimmt sie bei einer Tübinger Musik-Pädagogin Unterricht in klassischem Gesang.
Seit 7 Jahren wirkt Inna Wecker an der Musikschule Rottenburg.
Die Pianistin Inna Wecker wurde 1969 in Tscheljabinsk (Ural) geboren. Dort studierte sie an der Musikhochschule die Fächer Klavier und Dirigent. 1994 siedelte die Russlanddeutsche mit ihrer Familie nach Deutschland über. Noch im selben Jahr zogen sie nach Rottenburg. Dort gibt Inna Wecker an der Musikschule Klavierunterricht. Außerdem leitet sie Chöre in Dettingen und Ofterdingen.
Von Joachim Lehrer stammt auch die Vorlage zum Hölderlinturm - Bildschirmschoner von CIN.
Seit 1998 treten Anke Lehrer und Inna Wecker regelmäßig bei Vernissagen, Matinées und kleineren festlichen Anlässen auf. Die vorliegende CD wurde vom Ehemann Joachim Lehrer produziert, der nicht nur als Maler bekannt ist, sondern auch in der Blues-Band "Tuecago" spielt.
INFO: Die CD "Arie Antiche" enthält 13 Titel mit einer Gesamtspieldauer von 30:59 min. Sie kostet 20 DM und kann unter Tel. 07071-687606 oder joachim.lehrer@t-online.de bestellt werden. Natürlich kann hier das Duo auch für entsprechende Anlässe gebucht werden.
Bericht: cityinfonetz
Fotos: cityinfonetz und Joachim Lehrer
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OB Brigitte Russ-Scherer eröffnete die Ausstellung vor zahlreicher Prominenz: (v.l.n.r.) Klaus Tapeser, Herta Däubler-Gmelin, Peter Wojcicki, Elisabeth Jeggle, Friedhelm Repnik, Anette Wiedmann-Mauz.
Am Samstag um 10 Uhr eröffnete die diesjährige Ausstellung für die
Familie (fdf) auf den Weilheimer Wiesen. Aufgrund des Regenwetters
kamen am ersten Wochenende rund 39.000 Menschen, 3000 weniger als im
Vorjahr. Für Ausstellungs-Chef Peter Wojcicki, der die fdf-Leitung 1996
von seinem Vater übernommen hat, ein zufriedenstellendes Ergebnis: “Ich
bleibe optimistisch.”
Wir haben mit der DigiCam einen
durch die Hallen gemacht.
Zum 27. Mal bieten die Händler ihre Produkte in den Messezelten feil.
Noch bis Sonntag buhlen rund 450 Aussteller auf einer Gesamtfläche von
32.000 Quadratmetern um die Aufmerksamkeit und Geldbeutel der Gäste. Im
vergangenen Jahr gab es auf der fdf einen neuen Rekord mit rund 98.000
Besuchern. Heuer soll das “wahnsinnig breite Spektrum” noch mehr Leute
locken, sagte Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer: “Damit wir
die schwebende 100.000-er Marke erreichen.”
Zum ersten Mal dabei: der Weilheimer Real-Markt.
Neben der heimischen Polit-Prominenz, waren auch Europa- und
Bundestagsabgeordnete zum Messe-Start mit Sekt und Brezeln erschienen.
Überraschungsgast war die Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin.
Das Regierungsmitglied nutzte die Veranstaltung, um kurz vor der
Landtagswahl noch Werbung für die Truppe um Ute Vogt (SPD) zu machen.
Die Ministerin hielt zwar keine Rede, erging sich aber umso eifriger im
Lächeln und Händeschütteln. Beim anschließenden Kurz-Rundgang zeigte
Däubler-Gmelin besonderes Interesse für den Stand von Ulrike Leuthe.
Und die Nähmaschinenverkäuferin mit Geschäften in Reutlingen und
Tübingen wusste nach dem Plausch mit der Ministerin Erstaunliches über
deren Zukunftspläne zu berichten: “Wenn sie älter ist, kann sie sich
vorstellen, die Ruhe im Nähen zu suchen.”
Auch die (Papp-)Rinder meinten: "So ein Wahnsinns-Wetter".
Das zentrale Interesse einer Messe ist indes weniger beschaulich:
Verkaufen! Dazu hatten die teils opulent geschminkten Damen ihren
Sonntagsschmuck und die Männer ihre buntesten Krawatten angelegt. Die
meisten Händler bieten von Dachziegeln, über Wintergärten bis hin zu
Dosenöffnern den klassischen Familien- Bedarf. Über Berufsmöglichkeiten
informieren so unterschiedliche Arbeitgeber wie der Verband der
Südwestmetall oder die Bundeswehr. Beide sind angesichts der
messetypischen Reizüberflutung auch nicht bloß mit Stellwänden
angereist: So lockt das “Info-Mobil” der Metaller mit
Multimedia-Terminals und futuristischem Interieur.
Das Boxenstop-Museum zeigte sich von seiner flottesten Seite.
Die Streitkräfte in Halle 21 sind Anziehungspunkt der
Zahnspangenträger. Mit einem echten “Wiesel”-Panzer können die
anwesenden Spielzeughersteller schwerlich mithalten. Zwei Soldaten
hieven den Nachwuchs abwechselnd auf das olivgrüne Gefährt. Auch Nadine
Schanz ist sichtlich angetan. “Boah, geil”, kräht die Zwölfjährige, als
sie wieder vom Panzer hüpft. Beim Lachen leuchten ihre Zähne
zitronengelb. Nadine ist zuvor im benachbarten “Neon-Tunnel” der
Zahnärzteschaft gewesen. In der Attraktion des “Erlebnisforums
Zahngesundheit” finden Besucher mit Hilfe eines Anfärbemittels heraus,
ob sie gut geputzt haben. Das Schwarzlicht des Tunnels lässt den
Zahnbelag im Spiegel neongelb aufleuchten. Anschließend verteilen
Zahnärztin Stefanie Lachmann und ihre Kollegen Gratis-Zahncreme und
-bürsten. Nadine ist trotz des pädagogischen Fingerzeigs begeistert:
“Das war noch besser als der Panzer.”
INFO: Die fdf läuft noch bis Sonntag, 18. März. Geöffnet hat die Messe
werktags von 10 bis 18 Uhr, am Wochenende von 9 bis 18 Uhr. Eintritt:
Erwachsene elf, Senioren, Studenten und Schüler zehn Mark. Kinder bis
zwölf Jahre kommen kostenlos rein
Aus dem CIN-Bilder Archiv:
Link zum Thema:
Bericht: Felix Serrao
Fotos: cityinfonetz
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