Längsschnitt durch einen menschlichen Schädel.
Vor vier Jahren erregte die Mannheimer Ausstellung "Körperwelten" mit einer viel beachteten, aber auch heftig diskutierten Zurschaustellung menschlicher Leichenteile bundesweit Aufsehen.
Seit letzter Woche nun ist in der AOK Tübingen "Der transparente Mensch" zu sehen, eine etwas kleinere Version dieser anatomischen Schau, die aber dennoch eindrucksvolle Einblicke in die Innenarchitektur des menschlichen Körpers bietet.
Der "transparente Mensch" bringt es auf eine Länge von rund 5 Metern.
Hauptattraktion und Mittelpunkt der Ausstellung ist ein Schaubild des menschlichen Körpers, das aus 36 durchsichtigen Querschnitten von durchschnittlich 2,5 mm Dicke besteht.
Zwischen den einzelnen Scheiben wurde dabei so viel Abstand gelassen, dass Einblicke in alle Organsysteme möglich sind und Knochen, Sehnen und Muskeln in ihrem Zusammenhang erkannt werden können.
Links eine gesunde, rechts eine "Raucherlunge".
Grundlage für das realistische Aussehen der Körperscheiben ist die Plastination, ein von Prof. Gunther von Hagens vor 25 Jahren an der Universität Heidelberg entwickeltes Konservierungsverfahren.
Zunächst werden dem Präparat das Gewebewasser und die Fettanteile entzogen und durch Aceton ersetzt. Anschließend wird das Aceton in einem Volumenverfahren gegen Silikonkautschuk bzw. Epoxiodharz ausgetauscht. So bleibt selbst bei millimeterdünnen Scheiben die Feinstruktur bis in den mikroskopischen Bereich hinein erhalten.
Freigelegte Knochen, Muskeln und Sehnen eines Armes.
Ergänzt wird "der transparente Mensch" durch Exponate, die krankhafte oder pathologische Veränderungen aufweisen.
So kann zum Beispiel eine gesunde Lunge direkt mit der eines Rauchers verglichen werden, es werden "tiefe Einblicke" in eine Fettleber und eine Schrumpfleber gewährt, sowie ein Schnitt durch Herz mit einem Infarkt gezeigt.
INFO:
Die Ausstellung befindet sich im dritten Stock des AOK-Gebäudes in der Europastraße und ist bis zum 25. Mai montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr (donnerstags bis 18 Uhr) geöffnet.
Für Schulklassen und andere Gruppen werden kostenlose fachkundige Führungen angeboten. Hierzu sind Anmeldungen unbedingt erforderlich.
Weitere Informationen unter E-Mail: aok.tuebingen@bw.aok.de
oder unter Telefon (0 7071) 914 111.
Fotos + Bericht: cityinfonetz
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Auf Abbruch verkauft: Direktorenvilla der Frottierweberei an der Wilhelmstraße.
Wilhelmstraße 144. Die ehemalige Direktorenvilla der Frottierweberei
Egeria wird nicht mehr lange stehen. Dieser Tage wurde sie von der
Reutlinger Immobilienfirma Dr. Rall auf Abbruch erworben. Auf dem
Grundstück an der Ecke zur Goldersbachstraße soll demnächst ein drei-
bis fünfstöckiges Stadthaus entstehen.
Nobles Entrée von 1924.
Die noble Villa mit Mansarddach und dem edlen säulengestützten Entrée
war 1924 von der Württembergischen Frottierweberei als Direktorenvilla
errichtet worden. Damals lag das Anwesen noch an der Lustnauer Allee und
gehörte zum prosperierenden Arbeiterdorf vor den Toren der
Universitätsstadt. In späteren Jahren, der Verkehr vor der Haustür hatte
erheblich zugenommen, war die Villa vielleicht nicht mehr ganz
standesgemäß und wurde an andere Betriebsangehörige vermietet.
Anfänge der Villenkolonie am Denzenberg um 1900. Lustnau im Hintergund.
Der letzte Inhaber, Rechtsanwalt Gerhard Breuer, hat das Haus vor 30
Jahren von der Egeria erworben. Drei mal ist ihm das Wasser in dieser
Zeit durchs Haus gelaufen. Das letzte Mal beim "Jahrhunderthochwasser"
1987. Jetzt ist er die ständige Überschwemmungsgefahr leid. Er
entschloss sich zum Verkauf.
Mit dem Abbruch der Villa verschwindet ein weiteres Stück der kleinen
"Villenkolonie am Denzenberg". Sie zählte im letzten Jahrhundert lange
Zeit zur besten Tübinger Wohngegend. Ihre Kennzeichen waren die
freundliche Südhanglage, die großzügig geschnittenen Grundstücke und die
darin stehenden herrschaftlichen Landhäuser.
Villa Jope am Denzberg. Auch die Konkurrenten der Egeria wohnten hier.
Initiator der Landhaussiedlung zwischen Adlerkreuzung und
Pauline-Krone-Heim war einst der letzte Schultheiß von Lustnau: Hans
Rath. Ein rühriger Mann, der durch die Ansiedlung von Industrie aus dem
ländlichen Flecken einen prosperierenden Vorort machte.
1934 bereiteten die Nazis der kommunalen Selbständigkeit allerdings
ein abruptes Ende. Lustnau wurde eingemeindet und die fetten
Gewerbesteuereinnahmen fortan auf dem Tübinger Rathaus eingezogen.
Schon seit den zwanziger Jahren schnitt man die Grundstücke am
Denzenberg immer kleiner. Erst recht sind nach dem Zweiten Weltkrieg
viele der großen Gartengrundstücke abgeteilt und mit "Hinterhäusern"
bebaut worden. Vor allem entlang der Wilhelmstraße wurden ein paar
hässliche "Beton-Kisten" zwischen die Landhäuser gestellt.
Dennoch hat sich das Landhausgebiet noch viel vom ursprünglichen Charme
bewahrt. Bleibt zu hoffen, dass es noch lange so bleibt.
Fotos: cityinfonetz und Paul Sinner/Stadtarchiv Tübingen
Bericht: cityinfonetz
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Skelett eines rosenäugigen Nashornes (rhinoceros rosaeoculis).
Eine für Tier- wie Comic-Freund gleichermaßen interessante Ausstellung gibt zur Zeit im Staatlichen Naturkundemuseum in Karlsruhe zu sehen.
Mit "Barks Tierleben" wird zum ersten Mal in deutscher Sprache die Artenvielfalt der Fauna in Entenhausen in einer (fast) wissenschaftlichen
der donaldistischen Forschung gezeigt.
Der grüne Gurkenwurm oder auch Gurkenmursker (ciller gurcae).
Initiatorin der Ausstellung ist D.O.N.A.L.D. (Deutsche Organisation der Nichtkommerziellen Anhänger des Lauteren Donaldismus), die bundesweit rund 600 Mitglieder zählt.
In monatlicher Kleinarbeit wurden von Sachverständigen zoologische Daten aus den verschiedensten Quellen zusammengetragen und wissenschaftlich ausgewertet.
Die Ausstellung wurde mit dem diesjährigen Kongress der Donaldisten eröffnet.
Die in die staatliche naturkundliche Sammlungen integrierte Ausstellung befasst sich in erster Linie mit denjenigen Tierarten, die in den von Carl Barks gezeichneten Geschichten (also dem Entenhausener Universum, auch stella anatium, lat. Entenstern" genannt) vorkommen.
Erstmals gezeigt werden hier so exotische Formen wie der Herrenspecht, der Korjakenknacker oder gar der Schabrackenschriller.
Carl Barks erhielt bei den Disney-Kennern den Beinamen "der gute Zeichner" (des Disney-Kollektivs).
Leitfigur der Donaldisten ist der 1901 in Oregon geborene Zeichner Carl Barks. 1935 fing er bei Walt Disney an und widmete sich dort fast ausschließlich der Figur Donald Duck.
Bis 1967 schrieb Barks mehr als 6.300 Seiten in rund 530 verschiedenen Geschichten aus Entenhausen und entwickelte bzw. erfand dabei die Charaktere von Tick, Trick und Track, Daisy Duck, Gustav Gans, Daniel Düsentrieb, Gundel Gaukeley, den Panzerknackern und natürlich aus den Fantastilliardär Dagobert Duck.
Carl Barks starb am 25. August 2000 im Alter von 99 Jahren.
INFO:
Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Juni 2001 im Staatlichen Naturkundemuseum in Karlsruhe zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis samstags von 10 bis 16 Uhr, sonntags von 10 bis 18 Uhr.
Aus dem CIN-Bilder Archiv:
Link zum Thema:
Fotos + Bericht:
cityinfonetz
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