"Pale Faces", vier smarte Jungs aus Göppingen.
Das (gemäß der Ankündigung auf den Plakaten) "größte Festival in der Region" gab es mit der 4. Tübinger Livenacht am vergangenen Samstag in der Unistadt.
Rund 3.000 Besucher drehten dort in lauer Maiennacht eine (oder mehrere) Runde(n) durch die Altstadt. Immerhin gab es dort nicht weniger als 21 Bands in 20 verschiedenen Lokalen zu sehen bzw. zu hören.
Songs "on the road" von Paulson.
In nahezu allen "Spielstätten" ging es für die Träger der gelben Eintrittsbändel (17 Mark im Vorverauf, 20 Mark an der Abendkasse) höchst gedrängt zu.
So wurde im "Boulanger", wo sich "Fast Eddy" aus England richtiggehend in Rage gesungen hatte, wegen Überfüllung niemand mehr eingelassen. Die Folge waren Menschentrauben um die Fensterplätze draußen auf der Straße.
6 Livemusiker an Bord des Raumschiffes "amtlich".
Nach Mitternacht gab es dann im LTT-Lokal eine Premiere: Der Veranstalter des Events, Tobias Haase (31), trug in neuer Band-Formation selbst geschriebene "neue deutsche Lieder" vor. Das "Midnight-Special" ging jedoch zum allgemeinen Bedauern nur bis ½ drei Uhr morgens. Eine Aftershow-Party bis in die Morgenstunden wie in den Jahren zuvor war leider nicht möglich, da die B27 Halle von der Stadt keine Konzession mehr erhalten hatte.
Götz Widmann, Extrem Liedermacher aus Bonn.
Haase zeigte sich sowohl als Konzertveranstalter als auch als Musiker mit der diesjährigen Livenacht sehr zufrieden. Bis auf einige Anrufe wegen Ruhestörung, die es "an einem normalen Wochenende auch gegeben hätte", kam es zu keinerlei Beschwerden durch die Anwohner.
Trotzdem wird es die nächsten Livenacht erst wieder im nächsten Jahr in Tübingen geben. Denn das erfolgreiche Konzept möchte Haase mit seiner Agentur "Home of Hits" auch auf andere Städte in Baden-Württemberg übertragen. Start soll bereits im Sommer in Freudenstadt sein.
INFO: Eine komplette Liste aller beteiligten Bands und Lokale gibt es auf der Homepage der Livenacht http://www.livenacht.de
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Aus dem CIN-Bilder Archiv:
Fotos + Bericht: cityinfonetz
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Das Steinbuch beim Nonnenhaus erinnert an Leonhart Fuchs.
Seit einigen Jahren schon liegt der schwere Wälzer beim Nonnenhaus.
Neuerdings bleiben immer öfter Passanten vor ihm stehen. Sie betrachten
das steinerne Buch und entziffern das Schriftband, das daneben im Boden
eingelassen ist: Leonhart Fuchs, Arzt und Botaniker, New Kreuterbuch
1543.
Zwei Spruchbänder im Pflaster schaffen den Zusammenhang.
Alles klar: Bei dem kleinen Kunstwerk handelt es sich um das Kräuterbuch
von Leonhart Fuchs, sozusagen um eine Outdoor-Ausgabe, geschaffen für
das Gedenken an den berühmten Gelehrten. Schließlich hat er im
Nonnenhaus gewohnt und im Garten nebenan seine Pflanzen studiert. Zur
Zeit ist er in aller Munde, weil sein fünfhundertster Geburtstag
gefeiert wird.
Fuchs wohnte im Tübinger Nonnenhaus an der Ammer.
Nicht zu vergessen: Ganz nebenbei erinnert das steinerne Kräuterbuch
natürlich auch an den ersten botanischen Garten, den es in Tübingen gab.
Er ist um einiges älter als der Hortus Medicus, der medizinische Garten,
den die Uni später bei der alten Aula einrichten ließ und erst recht
älter als der Botanische Garten, der im 19. Jahrhundert angelegt wurde
und heute noch so heißt, obgleich auch er längst aufgegeben und verlegt
wurde.
Leonhart Fuchs.
Soweit so gut - aber leider nicht ganz korrekt. Denn das steinerne Buch
wurde von der Stadt schon 1982 oder 1983 erworben, frei nach dem Motto:
Kunst in die Stadt! An Leonhart Fuchs dachte man damals noch nicht. Der
dicke Foliant wurde von Anna-Maria und Wolfgang Kubach-Wilmsen
geschaffen. Die Werkstatt des Bildhauer-Ehepaars liegt im
rheinland-pfälzischen Bad Münster am Stein. Die Kubach-Wilmsens
verwandten für ihr Kunstwerk ein edles Material: weißen Marmor aus
Carrara.
Erst ein paar Jahre nach dem Erwerb durch die Stadt mutierte die
Skulptur zum Kräuterbuch: Im August 1989 ließ die Stadt die beiden
Spruchbänder ins Pflaster einfügen. Sie wurden vom Tübinger Steinmetzen
Gustav Krauß in Schwarzwälder Granit ausgeführt. Eine nette Idee! Denn
auf diese Weise kam der bedeutende Wissenschaftler zu einem kleinen
Denkmal. Es bildet seither ein treffliches Ensemble mit seinem Wohnhaus
und dem benachbarten Garten.
Steinerne Bücher gehören offenbar zum festen Repertoire des
Kubach-Wilmsen-Teams. Wer noch mehr davon sehen will, kann dies
gegenwärtig im schweizerischen Bern/Witrach tun. Dort läuft noch bis zum
16. Juni eine Ausstellung in der Galerie Henze und Ketterer.
Links zum Thema:
Fotos + Bericht: cityinfonetz
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Das Schulgebäude in der Uhlandstraße beging seinen 100. Geburtstag.
In der vergangenen Woche folgte im Tübinger Uhland-Gymnasium nahezu pausenlos ein Event auf den anderen. Mit Theater, Konzert, Ausstellung, Festakt, Ehemaligen-Treffen und natürlich einem Schülerfest wurden gleich drei Jubiläen gleichzeitig gefeiert. Und zwar die Gründung der Tübinger Lateinschule vor ungefähr 700 Jahren, der Aufstieg als Gymnasium vor fast 150 Jahren und die Errichtung des jetzigen Gebäudes am Neckar vor genau 100 Jahren.
Beim Seefest wurde durch die Jahrhunderte getanzt.
Ein absoluter Höhepunkt dieser Festivitäten war das Seefest am vergangenen Freitag. Wir haben von dem regen Treiben am und auch auf dem Anlagensee, der 1908 vor den Pforten des Schulhauses entstanden ist, einen großen und bunten
aufgenommen.
UG-Rektor Eberhard Bansbach bei der solaren Jungfernfahrt über den Anlagensee.
Das Motto des Seefestes lautete : "Unterwegs zu Geschichte und Geschichten", und in der Tat konnten die vielen Besucher an den fantasie- und liebevoll hergerichteten Ständen von einer historischen Station zur andern wandern.
Einen breiten Raum nahm, wie bei einem humanistischen Gymnasium nicht anders zu erwarten war, die Antike ein. Szenen aus dem alten Ägypten, dem klassischen Griechenland und natürlich vor allem aus Rom wurden gezeigt bzw. gespielt.
Für 50 Pfennige konnte man durch das Labyrinth des Minotaurus irren.
Das Mittelalter war mit einer vielbeklatschten Tanzaufführung in originalen Kostümen vertreten. Auch gab es eine Alchemistenküche, in der es heftig krachte und qualmte, und Wahrsager aus vergangenen Zeiten blickten in die Zukunft.
Natürlich kam auch die Gegenwart nicht zu kurz. Unter anderem ging es um die Herausforderungen unseres Jahrhunderts, am "Speakers-Corner" herrschte Redefreiheit und über den Anlagensee glitt ein Solarboot im Fährbetrieb.
INFO: Das Jubiläumsbuch "Schulwege" ist direkt beim Uhlandgymnasium für 35 Mark erhältlich.
Fotos + Bericht:
cityinfonetz
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